Der Weg ist das Ziel!

Der Wettbewerb ist gelaufen, ein würdiger Sieger gefunden. Nun gilt es das Ziel nicht aus den Augen zu lassen. Wie auch der Entwurf der Siegerin Dipl.-Ing. Sonja Neugebauer den Weg - nämlich den schönsten und schnellsten vom Leo-Center zur Altstadt - zum Ziel hatte, sollte nun auch der Gemeinderat zusammen mit der Verwaltung einen praktikablen Weg zur Umsetzung suchen und finden. Wir hoffen dass sich niemand erdreistet noch vor Auslotung der mannigfaltigen Möglichkeiten ein Wehklagen zur Finanzierbarkeit anzustimmen. 
Auf den folgenden Seiten beleuchten wir die Preisträger und geben auf der ersten Seite eine Zusammenfassung zu den Schlüsselstellen für einen schnellen Überblick. Und da die nächsten Wahlen vor der Tür stehen sagen wir auch gleich wo man das Geld für so viel Schönheit hernehmen könnte.


So sehen Sieger aus: Entwurf von Dipl.-Ing. Sonja Neugebauer


1. Preis: der Trick mit dem Knick! Direkt nach der Römergalerie verschwenkt hier eine Allee in Richtung Hirschbrunnen. Dabei wird die neu entstehende parkähnliche Landschaft von einer Ladenzeile mit Gastronomie flankiert.


2. Preis: mehr Platzcharakter, weniger Park. Der für den Platzcharakter sinnvolle recht enge Durchgang sowie der "Bügel" am Rathaus laden weniger zum Platzbesuch ein. Neuankömmlingen am Platz wird die sicht auf die Altstadtkulisse von Café und Bücherei etwas versperrt.


3. Preis: ein breiter Durchgang wird scheinbar vom neuen Rathausbau blockiert. Tatsächlich werden hier die Wege bereits für Platzbesucher und Altstadt-Spazierer aufgeteilt, die wahlweise über den Steg oder entlang der Wohnbebauung zum Hirschbrunnen geführt werden. Problematisch allerdings die etwas verschattet liegende Wohnbebauung am "Hirschbrunnenweg".


4. Preis: hier wird der Wohnbebauung der Vorzug gegeben. Es entstehen eher beengte Platzräume für Reiterstadion und Pferdemarkt, die Altstadtkulisse ist im östlichen Teil nicht mehr frei einsehbar.


5. Preis: ein Kreisverkehr verteilt die Fahrzeugströme gleichberechtigt in Eltinger- und Lindenstrasse. Optisch wird die Querung zum schön freigestellten Platz mit voller Altstadtkulisse erschwert. Eine gute Lösung mit Cafè am "Oberplatz" und klar gegliederter Wohnbebauung.


Wer unsere politische Meinung nicht lesen will, kann hier sofort in die Übersichten zu den Preisträgern einsteigen:
1. Preis   2. Preis    3. Preis 
4. Preis   5. Preis    Ankäufe

eine Übersicht über die Platzierungen sowie Bilder der ausgeschiedenen Arbeiten finden sie in der Galerie, geordnet nach Preisnummern.

In einer Mammut-Sitzung hat am 27.2.2008 die Jury zum Wettbewerb Stadtumbau Leonberg Mitte die Weichen für die Zukunft gestellt: 5 Preise wurden vergeben, dazu gibt es zwei Entwürfe die als Ankäufe gewürdigt wurden. Das Feld der 22 Wettbewerbsteilnehmer - weitere 8 hatten nicht abgegeben - hat eine breite Spanne an Ideen von verwegen bis sensationell abgeliefert.

Auch SALZ war Mitglied der 15-köpfigen Jury und mit Frank Albrecht vertreten. Am Ende konnte die Jury einen einstimmigen Beschluss über die Platzierungen fassen. Wir hoffen dass diese Einigkeit auch über die Jahre der Umsetzung dieses Projektes bestehen bleibt. 

Bedenken hinsichtlich der Finanzierung dieses Großprojektes sind zwar nicht völlig von der Hand zu weisen, es gibt jedoch mehrere gangbare Wege diese auszuräumen.

Alle Preisträger legen den Pferdemarkt auf das Gelände der ehemaligen Leonberger Bausparkasse. Folglich entstehen hier immer Kosten für Grundstücksankäufe bei der Stadt. der Siegerentwurf sieht tatsächlich eine sehr großzügige Grünfläche vor, allerdings kann nur so ein parkähnlicher Charakter entstehen. Und eben hier liegt eine Möglichkeit für einen Teil der Finanzierung des Projektes: da wir an einem weiteren zentralen Platz der Stadt eine Erholungsfläche schaffen könnten wir uns vorstellen, neben der sowieso im FNP ausgewiesenen Fläche am Stadtpark entlang der Berlinerstr. weiter maßvoll Bauland auszuweisen, das hier verloren geht. Der obere Teil des Stadtparks wird von vielen Bürgern als recht nutzlose Brache angesehen, die neben dem eigentlichen Park um den Sprudlerberg keine besondere Qualität bietet.
  
Weiter sehen wir im westlichen Teil des Entwurfes der lockere Wohnbebauung vorsieht die Möglichkeit weiter zu verdichten oder bei guter Planung noch eine schmale Baureihe vorzulagern.
  
In wie weit es den Preisträgern gelingt für einen ersten Bauabschnitt die Lindenstraße samt Rathaus unberührt zu lassen, bleibt abzuwarten. Hier sehen wir eine Schlüsselaufgabe für die Akzeptanz dieser Pläne. Ist der Pferdemark erst auf dem neuen Gelände angekommen, wird man sich auch endlich sinnvoll über einen neuen Standort für den Wochenmarkt unterhalten können, der dann wiederum zusammen mit dem dann alten Reiterstadion Land zu Gegenfinanzierung freilegt.

Soweit unsere ersten Gedanken. Folgen Sie uns nun auf die virtuelle Reise durch die Entwürfe der Preisträger:

1. Preis

Ihre Liste SALZ

Basis-Info zu den Entwürfen: wir wollen an dieser Stelle keine umfassende Information zu den Details der Entwürfe bieten. Diese Seiten dienen als Gedächtnisstütze unmittelbar beteiligter Personen und der Bürger. 

Wir empfehlen dringend den Besuch der Ausstellung in der Römergalerie 1.OG, die immer Do./Fr. ab 16:00 und Sa./So. ganztägig bis Mitte April geöffnet sein wird. Hier hängen auch detaillierte Pläne und Ansichten aus, die Modelle selbst sind sehr beeindruckend. Nur auf dieser Basis können Sie sich eine fundierte Meinung bilden, die unsere Bilder stützen können. 

Allgemein haben viele Entwürfe konzeptionelle Gemeinsamkeiten bzgl. Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel, der oft in der Verlängerung der Römergalerie angesiedelt wird. Kleinere Ladeneinheiten und Bürogebäude finden sich oft um den aktuellen Postbau gruppiert, meist ergänzt mit Gastronomie zum Platz hin. Wohnbebauung sehen viele Architekten am Platzrand gruppiert, mit einem Schwerpunkt im west-südwestlichen Gebiet, manchmal auch in den Obergeschossen der kleineren Gewerbeeinheiten.

Kurioses dem man Mut und Kreativität anerkennen kann gibt es auch zu sehen, wenn auch nicht unter den praxisnäheren Siegerentwürfen. Besonders im Gedächtnis ist uns ein Rathaus an der Altstadtkante auf dessen Dach ein Ratssaal thront der auf gleicher Höhe mit einem Steg zur Altstadt liegt den ein Aufzug öffentlich bedient. Einen freistehenden Aufzug gibt es in einem anderen Entwurf zu bestaunen, auch ein höhergelegter Pferdemarkt-Platz mit Untertunnelung der Lindenstrasse ist interessant anzuschauen. Dazu erwartungsgemäß Steg-Konstrukte aller Art, die durchaus Lust auf Höhen-Erfahrungen machen. Ein Entwurf hat gar die Wunsch-Achse Neue Stadtmitte <-> Altstadt ignoriert und eine neue geschaffen: vom Hochhaus Leo1 geradewegs zur Kirche am Marktplatz und dies mit Peilstäben verdeutlicht. Seltsam allerdings manche Ausgestaltung von Modell oder Plan: Häuserzeilen die schriftlich 2-Stöckig ausgewiesen sind wachsen aus totem Holz in den maßstäblichen 5. Stock, bunte Pläne suggerieren eine grüne Insel mit kleinen Häuschen im blauen Stadtmeer die im Modell ins negative wechseln: grün wird das Dach der Bebauung, braun die Innenhöfe. Verkehrte Stadtwelten. 


  


Statements
Ihrer SALZ-
Gemeinderäte:

Frank Albrecht


Den Maybach unter den Entwürfen nennt OB Schuler den Sieger-Entwurf. Wäre es nur der Maybach hätten wir sicher auch eine günstigere Lösung finden können. Ein Maybach ist schon toll aber auch ein bisschen langweilig.
Da Auto-Vergleiche immer hinken lehne ich mich ebenfalls aus dem Fenster und nenne den Entwurf den "Ferrari 250 GTO" des Wettbewerbs. Der ist zeitlos elegant, schafft definitiv eine schnelle Verbindung zwischen zwei Punkten und ist darüber hinaus nur eins: geil! 
Wir sollten alles dafür tun dass aus diesem Traum Wirklichkeit wird.

Frank Dahl


Wettbewerb lohnt! Die Entwürfe laden allesamt zum verweilen ein, bringen mit teils ungewöhnlichen, ja schrägen Konzepten Energie in die Gedankenwelt der Betrachter. Ich hoffe dass die nahenden Kommunalwahlen den Gemeinderat nicht leichtfertig die gefundene Einigkeit aufs Spiel setzen lassen. Wem wäre damit gedient wenn populistische Stellungnahmen zu diesem Thema eine einmalige Entwicklungs-
möglichkeit in Gefahr brächten? Noch nicht einmal den dann hüben oder drüben zahlreicher gruppierten Stadträten, die nach der wahl die Scherben zusammenzukehren hätten...