Wochenmarkt Samstags am alten Marktplatz?
 
Die SALZ-Meinung

 
Das Thema im Herbst
scheint neben den anlaufenden Haushaltsdebatten die Verlegung des Wochenmarktes Samstags von der Steinstraße auf den alten Marktplatz zu werden.

Die Argumente der Lager sind jeweils nachvollziehbar und lassen innerhalb der polarisierten Gruppen keinen Gedanken an Alternativen aufkommen. SALZ wird die Lager beleuchten und Alternativen aufzeigen, fernab von Schnellschüssen und Aktionismus.

Dem vermeintlichen Gewinn an Laufkundschaft steht am Marktplatz eine uneinheitliche Ladenöffnungszeit entgegen. Der Hauptbetrieb am Wochenmarkt findet gegen 9:00 statt, zu dieser Zeit sind aber eine Vielzahl an Geschäften am alten Marktplatz noch nicht geöffnet. Demgegenüber stehen berechtigte Befürchtungen zu Umsatzeinbusen auf Seiten der Marktbeschicker.

Ohne ein detailliertes Konzept, das natürlich auch die Situation der Marktbeschicker gleichberechtigt neben die Anliegen der Marktplatzanrainer stellt, wird SALZ einem "Probieren wir es mal" nicht zustimmen und mit Existenzen spielen.

Weitere bislang unbedachte Probleme sind eine erhebliche Lärmbelästigung der Anwohner ab den frühen Morgenstunden durch Aufbauarbeiten und die regelmäßige An- und Abfahrtbehinderung der Anwohner.
 
Dem Besucher von außerhalb bietet sich mit einem Wochenmarkt am alten Marktplatz selbstverständlich ein schlüssiges Bild. Aber sollen wir die Bedürfnisse der Leonberger Bevölkerung nach gut erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten dafür opfern? Nahezu sämtliche von SALZ befragten Marktbesucher sind nicht bereit ihren Wochenendeinkauf - der zumeist viel umfangreicher ist als der der Mitwochs-Marktbesucher - weite Wege zu tragen. Das bedeutet nicht automatisch dass alles in bewährter Struktur belassen werden sollte, aber es ist mehr gefordert als ein Gedanke.

So einfach ist es also nicht. Es gilt im Wesentlichen Bedürfnisse Leonberger Händler gegeneinander abzuwägen und die Aussenansicht Leonbergs im Auge zu behalten.

SALZ ist der Auffassung dass es größerer Anstrengung aller Beteiligten bedarf um sowohl den Marktplatz zu beleben als auch den Marktbeschickern ihre Umsätze zu erhalten. Und das Hauptaugenmerk sollte der Masse der Betroffenen gelten: den einkaufenden Bürgern! Dazu müssen alle Beteiligten an einen Tisch und das Thema unter neutraler Gesprächsführung erörtern. Dazu empfehlen wir die Dinge sachlich-konstruktiv zu besprechen, mit Stimmungsmache gegen Einzelpersonen und Gruppen ist Leonberg nicht gedient.

SALZ wird dazu beitragen dass die Frage des Marktstandortes nicht abgekoppelt von ebenfalls anstehenden Entwicklungen betrachtet wird. 

Bis 25.09.04 läuft im Gewölbekeller bei Ziegler die Ausstellung zur Entwicklung der "Zwischenstadt" die sich mit den Arealen der scheidenden Bausparkasse bis hin zum Reiterstadion beschäftigt. Die Ausstellung zeigt Modelle von Architekturstudenten der Fachhochschule für Technik, Stuttgart:

                     Ideen für die Zwischenstadt: bis 25.9. bei Ziegler

Die Frage Pferdemarkt/Reiterstadion muss nach SALZ-Auffassung unbedingt zusammen mit der Marktproblematik betrachtet werden. Eine Bebauung oder anderweitige Nutzung dieses Gebietes steht durchaus im Raum und könnte die Marktverlegung ohnehin in den nächsten Jahren fordern und muss frühzeitig in der Planung bedacht werden. Eine Möglichkeit sehen wir in der Verlegung des Pferdemarktes in den ungenutzten Teil des oberen Stadtparks, der auch verkehrstechnisch Vorteile bietet. 

Das Problem der weiten Wege das eine Wochenmarktverlegung auf den alten Marktplatz mit sich brächte ist aber durchaus kreativ lösbar: man könnte beispielsweise über einen Bringdienst nachdenken der dann tatsächlich von schweren Lasten befreit und dem Kunden überhaupt erst die Möglichkeit eröffnet unbeschwert einen Kaffee zu genießen oder weitere Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen. Kinderbetreuung und die Schaffung von 1-EUR Jobs zur Einkaufsbegleitung älterer Mitbürger sind weitere Ideen die man prüfen könnte. Zudem wäre ein Platztausch der Termine Sa/Mi eine Möglichkeit zumindest den älteren Leonberger Bürgern gerecht zu werden und die Not bei den Marktbeschickern in Grenzen zu halten, sowie den Marktplatzgeschäften eine Stütze zu bieten.

Kartoffeln in den Keller? Ja, aber nicht auch noch in die Parkkaverne. Ein Bringdienst könnte Abhilfe schaffen. Kreative Lösungen statt Aktionismus!

Ohne ein Gesamtkonzept das zuvorderst den einkaufenden Bürger im Blick hat ist eine Verlegung des Wochenmarktes mit SALZ nicht zu machen. Das anzustrebende Ideal ist eine Komplettlösung die die Entwicklung der Zwischenstadt/Reiterstadion vorausschauend einbindet.

Sie haben eine Meinung dazu? Wir veröffentlichen sie ungekürzt! Bitte haben sie Verständnis dass wir Ihre Ausführungen nur mit vollständiger Namens- und Adressnennung veröffentlichen können und persönliche Angriffe auf die Beteiligten (unter Kennntlichmachung) herausnehmen.

Bitte schreiben Sie an: info@salz-leo.de 

 


  


Statements
Ihrer SALZ-
Gemeinderäte:


Frank Dahl

Der Markt kann nicht ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept verlegt werden. Schnellschüsse und Aktionismus bringen Unmut aber keine Lösung.

Frank Albrecht

Die Entwicklung der Zwischenstadt ist auch für den Wochenmarkt entscheidend: wir brauchen eine offene Diskussion zur weiteren Entwicklung gerade am Reiterstadion. Hier entscheidet sich auch die Zukunft des Marktstandortes.