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Gemeinderatssitzung am
3.3.2009: historische Peinlichkeiten.
Gemeinderatssitzungen
sind bisweilen langweilig. Manchmal schräg. Oft interessant und meist
sinnvoll. Was sich an diesem Dienstag Abend zugetragen hat, hatte
allerdings eine ganz besondere Qualität. Die Sitzung ist die Basis
unseres Daseins: keine andere Sitzung hat je stärker verdeutlicht, warum
SALZ existiert. Weniger schwafeln, mehr entscheiden.
Zum
Auftakt des Wahlkampfes haben sich die Kollegen in beispielhafter
Weise dem Publikum präsentiert. Alle waren betont und ausdrücklich in
langen, flammenden Reden im Auftrag der Wählerschaft tätig, haben
manches Thema aus langen Drucksachen extrahiert das noch beleuchtet werden
will, haben erzählt, warum was auf keinen Fall im Wahlkampf
ausgeschlachtet werden solle, wo man doch sowieso nur gemeinsam im
Interesse der Bürgerschaft des Redners Meinung sein kann. Klar auch, dass
alle alles für Kinder tun, egal zu welchem Preis, und dass alle über
alles selbstverständlich mit den zuständigen Gruppen des
Bürgerschaftlichen Engagements vor einer Entscheidung reden müssen.
Natürlich
ist auch die Verwaltung extrem bemüht die guten Vorsätze der
Rätinnen und Räte mit aller Kraft sachdienlich zu unterstützen.
So zieht
sich die Sitzung um endlose Redeschleifen um längst
erwartetes zu verabschieden: die Gebersheimer Sport- und Festhalle
beispielsweise, die die knappe Befürworterschaft selbstverständlich nur
zum Wohle der notleidenden Gebersheimer errichten möchten und nicht etwa
weil man eine Lösung für die möglicherweise anstehende
Bäderentwicklung mit angehängtem und dann übergangsmässig nicht mehr
existentem Sportzentrum benötigt. An solchen Tagen sind wir alle
Gebersheimer.
Wer
nachgezählt hat weiß, wer das Projekt zwischen den sich ewig
erklärenden aber längst festgelegten Fronten mit zwei wenigen aber
effektiven Stimmen entschieden hat: die SALZ-Gemeinderäte. Ohne
Redebeitrag, mit allseits bekannter Meinung: wir brauchen die Halle auch
für Gebersheim aber noch mehr für die Gesamtstadt, damit ein
Bäderkonzept die nötigen Freiräume hat. Sonst wär's auch eine Nummer
kleiner gegangen. Dabei ist nur kleiner auch in allen Varianten zunächst
mal "nur kleiner" aber leider auch kaum günstiger. Ein merkwürdiger Umstand, den auch die Verwaltung nach diversen
Erklärungsversuchen nicht so recht vermitteln konnte.
Dabei ist
die Rolle des Baudezernats besonders bemerkenswert: mit einer
Grobschätzung von 3,8 Mio anzutreten und dann auf 4,8 zu erhöhen wäre
an sich kein Problem, wenn ungeahnte Umstände zu Tage treten. Wenn man
aber nach etlichen Nachfragen und Nachbesserungen zum Auftakt der Schlussrunde
im S-Ausschuss verkündet, dass eine kurze Telefonexkursion ins Umland
ergeben habe, dass praktisch alle Vergleichshallen auch gut 5 Mio kosten
und nur eine einzige mit 3,8 ausgewiesen wäre und dann
selbstverständlich die Erkenntnis präsentiert "aber das ist ja
klar, dort ist es ja auch topfeben". Dann fragt sich der noch
hirnaktive Gemeinderat schon, warum diese offenbar schnell erledigte
Umfrage nicht am Anfang des Projektes stand, sondern am Ende. Warum man
nicht gemerkt hat dass in Gebersheim ein Stein in der Landschaft steht, wo
doch der Kostenzusammenhang zwischen Berg und Tal so offensichtlich
ist.
Der nun
zu allem entschlossene Gemeinderat hat wegen der beängstigenden
Zahlen eine wirklich harte Forderung für die Verwaltung im
Gepäck: Kostenkontrolle! Ein offenbar ganz neu erfundenes
Instrument, das uns nun hilft die Preisentwicklung im Griff zu halten.
Nicht auszudenken was passieren würde wenn dieses Projekt wie früher -
vermutlich stets ohne diese effiziente Maßnahme - durchgezogen würde.
Klar dass alle Beteiligten zugesichert, gefordert und schließlich
erklärt haben: wir werden es auf jeden Fall mal konsequent und wirklich
so versuchen! SALZ hat wirklich nur zu diesem Punkt kurzfristig den Boden
der Sachlichkeit verlassen und aus Protest gegen diese sensationell neue
und definitiv effiziente Maßnahme gestimmt.
Dieses nur
als ein Beispiel aus einer an ähnlichen Anekdoten reichen Sitzung. Alles
knallhart kommentiert von den Kollegen der noch nicht gar so alten Liste und
natürlich sofort unterstrichen von der zugehörigen Vorgruppe mit
Bestätigungen durch alle Fraktionen. Eine Sternstunde für die Presse, da
sind wir uns sicher. Wir prophezeien an dieser Stelle, wenige Minuten vor
Drucklegung des Lokalblattes, dass Seitenweise auf diese wunderbaren
Beiträge eingegangen wird, in der Hoffnung die Stimmung für einen wenig
ausgeglichenen Wahlkampf zu bereiten. Wir sind sicher dass sich das
positiv auf die Auflage auswirkt und Arbeitsplätze erhalten werden.
Wirklich
ganz besonders interessant wurde die Sitzung im nichtöffentlichen Teil.
Leider nicht für die Öffentlichkeit. Schade. Investigativer Journalismus
hätte seine Freude daran.
Ihre Liste
SALZ
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Statements
Ihrer SALZ-
Gemeinderäte:
Frank Dahl

Als Unternehmer bin ich begeistert: knallharte Kostenkontrolle ist in
Leonberg ab sofort kein Tabu mehr. Was war denn bislang?
Frank Albrecht

Der Wahlkampf hat uns wieder. Die Sitzung brachte wichtige Entscheidungen
aber auch Klarheit: jetzt geht's los!
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