LKZ-Interview vom 3. Juni 2009: in der Kürze liegt nicht immer Würze

Heute mal in eigener Sache. Frank Albrecht mit Ergänzungen und nötigen Klarstellungen zum LKZ-Interview.

Liebe SALZ-Interessenten, zum teils missverständlichen Interview heute in der LKZ möchte ich einiges in den richtigen Zusammenhang stellen. Selbstverständlich ist klar, dass eine Zeitung nicht seitenlang Hintergründiges berichten kann, um eine einfache Wahrheit zu transportieren.

Die Äußerung dass die Sportanlagen des TSV Gewerbeflächen Platz machen sollten, stößt zurecht auf Unverständnis. Aus dem Zusammenhang genommen kann man das so zitieren, gemeint war aber etwas völlig anderes:

der Leonberger Gemeinderat diskutiert seit Jahrzehnten über Erweiterungsmöglichkeiten der angeblich zu knappen Gewerbeflächen, obschon im Bestand noch gut 10ha frei sind.

Da die Diskussionen sicher auch die nächsten Jahre anhalten werden, hoffentlich ohne weitere Fehlentscheidungen wie Schertlenswald allzu kompromissbehaftet auf die Tagesordnung zu bringen, habe ich einen Ausblick in die ferne Zukunft gewagt:
Die Stadt ist angehalten Sportvereine zu stützen so gut es geht. Schließlich übernehmen die eine nicht anders zu stemmende enorme gesellschaftliche Aufgabe. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre die Stadt undenkbar, gelebte Gemeinschaft würde Trostlosigkeit weichen.

Tragende Säulen der Stadtfinanzen sind nun aber einmal Einkommensteuerzuweisungen, das bedeutet also Wohngebiete und Einwohnerzahl, sowie die Gewerbesteuer, das bedeutet Flächenverbrauch für Gewerbeansiedlungen.

Es macht, wie jedem einleuchten wird, wenig Sinn, Gewerbe fern ab der Autobahntrassen anzusiedeln, da die Betriebe in der Regel Andien- und Besucherverkehr haben und auch die Mitarbeiter nicht nur aus Leonberg kommen.
Folglich bedeutet eine andere Verortung weniger Wert für die Betriebe und mehr Verkehr für Leonberg.

Die Gedanken der Gemeinderatskollegen winden sich dieser Tage um zugepflasterte Naherholungsgebiete in den Riedwiesen oder vor dem Schopflochberg.
 
Da muss der in die ferne Zukunft gerichtete Gedanke schon erlaubt sein, ob nicht - wenn sowieso Sanierungen anstehen - neue Sportanlagen beispielsweise in den Riedwiesen zwar nicht ökologischer aber für den Naherholungssuchenden weniger unangenehm wären, als ein Gewerbegebiet durch das er ins Grüne wandert. Im Gegenzug stünden für profitable Gewerbebetriebe an logischer Stelle, nämlich in Verlängerung des Hertich, sinnvolle und für Leonberg tragbare Flächen bereit.

Nur ein Gedanke. Selbstverständlich geht das nur mit den Vereinen und es muss am Ende eine Verbesserung für diese sichtbar werden. Denn wichtiger als Gewerbegebiete ist ohne Frage eine funktionsfähige Gesellschaft.

Ihr Frank Albrecht [eMail]