Stadtumbau rosarot? Nicht ganz, trotz aller Schönheit:

SALZ-Stadtrat Frank Albrecht war beim Nachverdichtungswettbewerb bei Häussler dabei. Die Lokalpresse nicht, macht aber fröhlich-unbekümmert Stimmung zu einem komplexen Thema.

Auch SALZ will am Behnisch-Vorschlag als Basis weiterarbeiten. Es gibt jedoch Fakten die man nicht mit einem lockeren Geschichtchen wie heute in der Lokalpresse vom Tisch fegen kann. Verantwortungsvolle Stadtentwicklung darf nicht von unreflektierter Begeisterung verblendet werden: 


Rückansicht des Entwurfs vom noch immer vorgesehenen Stadtboulevard aus.

Warum hat Behnisch auf Anhieb überzeugt?  
Weil uns alles so bekannt vorkam! Der Entwurf folgt einem einfachen Trick, es scheint als ob Behnisch den sensationellen Ur-Entwurf von Neugebauer&Rösch schlicht umarmt und auf 2ha zusammengedrückt hätte.
  
Eine Art der Umarmung die herzlich scheint, aber die man vielleicht nicht überlebt.  
Da Neugebauer&Rösch eine maßvolle Flächenentwicklung auf immerhin 11 Hektar vorgesehen hatten, erstaunt es auf den ersten Blick, dass Behnisch das gleiche Bau-Volumen auf nunmehr lediglich 
2 Hektar, nämlich dem von Häussler erstandenen Wüstenrot-Areal umsetzen kann. 
Und noch mehr: die heute in der Lokalpresse genannten Zahlen sind absolut falsch und spiegeln die Vorgaben von Stadt und Gutachtern nicht ansatzweise wieder. Hier die Fakten:

1. Im Ur-Entwurf von Neugebauer&Rösch gab es auf 11ha lediglich 5.500m² Handel

2. Die Stadt Leonberg verkraftet laut Gutachten insgesamt in der Kernstadt, also zwischen 
   Autobahn und Haldengebiet noch 12.000m² Handel

3. Behnisch plant gem. Häussler-Vorgaben 12.000m² Handel auf lediglich 2ha, nämlich dem
    ehemaligen Wüstenrot-Areal! Damit wir die für die Gesamtstadt vorgesehene Handelsfläche
    hier konzentriert!

4. An den eigentlich für Handel vorgesehenen Achsen Römerstrasse & Eltinger-/Leonbergerstrasse
   kann damit kein einziger Quadratmeter Handel entstehen. Genau da, im Bereich der Post, hatte
   aber der Ur-Entwurf Handel vorgesehen! Was soll da in der weiteren Entwicklung hin?
   Ein Ganzjahresbad vielleicht? Oder ein Flugplatz...

5. Auf den 2ha die die Häussler-Gruppe erstanden hat sollte laut Neugebauer&Rösch *garkein*
   Handel, nur etwas Wohnbau und viel Grün.

Fazit: der Behnisch-Entwurf plant auf lediglich 2ha der Gesamtfläche von 11ha gut doppelt soviel Handel wie im Gesamtgebiet vorgesehen war. Das ist Fakt. Der Handel ist nicht an der dafür vorgesehen Hauptachse der Stadt, sondern liegt westlich des neu zu schaffenden Stadtboulevards "hinter" der Post, die Lindenstrasse, die noch nicht dafür ausgelegt ist, muss diese Verkehrsströme aufnehmen.

Das ist ja alles ganz furchtbar? - Nein! 
Es ist aber schon seltsam wie in der Öffentlichkeit mit Unwahrheiten jongliert wird, in vorauseilendem Gehorsam gegenüber einem Investor der dies eigentlich nicht nötig hat.

Selbstverständlich ist der Behnisch-Plan im Häussler-Auftrag auch bei Betrachtung der korrekten Flächenzahlen sehr schön, da gibt es nichts einzuwenden. Allerdings gilt es hier einen maßvollen Kompromiss zu finden, der sich zwischen Häusslers Wünschen und den eigentlich bekannten Zielvorgaben der Stadt bewegt. Allein die Schönheit des Entwurfs ist das Pfand dass Rudi Häussler in der Hand hält, und auch bei der Betrachtung der Renderings fragt sich der geübte Fotograf wo denn die an sich im Blick stehenden Punkthäuser abgeblieben sind, oder ist hier gar schon ein Fingerzeig auf die Verhandlungsmasse in der weiteren Konkretisierung gerichtet?

Für alle die lieber mal selbst nachgucken gibt es bei SALZ-online natürlich noch die Bilder des Ur-Entwurfes von Neugebauer&Rösch. Schauen Sie doch mal rein und erleben Sie wo Häuser statt Bäumen wachsen, Handel statt Fläche. Eine urbanere Prägung des Gebietes muss kein Fehler sein. Unehrliche Darstellung ist ein, denn SALZ passt auf! 


Von wo aus mag dieses schöne Bild nur entstanden sein? Modell und Plan lassen im linken Bildteil eigentlich Punkthäuser wachsen, die hier Bäumen gewichen sind....