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Haushalt 2010 - sparen
mit Konzept?
Die
Haushaltssicherungskommission (HHSiKom) hat ihre Schuldigkeit getan.
Prüfaufträge der Fraktionen und Gruppierungen wurden gewissenhaft von
der Verwaltung aufgearbeitet. Was ist das Ergebnis? Sparen wird leichter
wenn eine unverhoffte Steuerrückzahlung ansteht. Sie verhindert dass wir
uns allzu viele Gedanken über strukturelle Änderungen machen müssen.
Alles wird gut, die Schulden steigen planmäßig von 55 auf 95 Mio. EUR
bis 2013.
Es geht
also weiter wie gehabt: die Fraktionen verkünden ihre Ideen in den
kommunalpolitischen Erklärungen, die Verwaltung rollt die darin
enthaltenen Anregungen in Form einer Antragsbearbeitungsrunde erneut auf
und - irgendwann ist die Zeit um. Dann wird hektisch ein Paket geschnürt
das den Haushalt so einigermaßen durchbringt, alle versprechen sich für
nächstes Jahr auf jeden Fall früher die drängenden Probleme zu bereden
- ein Kreislauf.
Doch Strukturveränderungen
sind gefragt! Angesichts weiter steigender Kreisumlage, weiteren 2Mio
jährlichem Abmangel für die U3-Betreuung, wegen Gesetzesänderungen
weiter steigender Ungewissheit bei der Gewerbesteuer kann es nicht so
weitergehen wie bisher.
So ist der
Vorschlag der Verwaltung richtig, die Freiwilligkeitsleistungen beim
ÖPNV (vorerst) zu streichen. Nicht um die Ortschaften von der
Kernstadt abzuhängen, sondern um den Druck auf den Verursacher der Misere
zu erhöhen: den Kreis, der die ÖPNV-Hoheit eigentlich inne hat. Wenn
diese Maßnahme folgenlos bleibt, ist es durchaus richtig den Zustand
öffentlich anzuprangern und einschneidende Änderungen im einseitigen
Umlagen-Verlangen zu fordern.
Weniger
ausgegoren scheint der Kahlschlag bei den Jugendhäusern. Hier muss
man selbstverständlich auf den geänderten Bedarf in der Stadt reagieren.
Zusammen mit den Trägern gilt es neue Konzepte zu erarbeiten, die sich
eher in der Stadt denn in geschlossenen Räumen finden werden, von einer
für Veranstaltungen nutzbaren Basis mal abgesehen. Wer nicht im Bilde ist
begebe sich beispielsweise Freitags gegen 19:30 und später zum REWE.
Nicht weniger sondern mehr Bedarf an Jugendarbeit wird hier sichtbar. Und
wenn die Zielgruppe nicht mehr in die Jugendhäuser kommt, muss das von
den Verantwortlichen erkannt und in neuen Konzepten umgesetzt werden!
Die Liste
der weiteren Vorschläge bringt eher Kleinbeträge mit unverhältnismäßigen
Einschnitten, ein paar Euro beim Pferdemarkt gewonnen, dafür die
Veranstaltung auf ein Mindestmaß zurückgefahren. Kindergartengebühren
um 20EUR rauf, damit voll die Familien belastet.
Weitere
Einnahmen kommen aus den Ersatzdeckungsmitteln und natürlich der
Grundsteuererhöhung über die noch viel gestritten werden wird. Doch
damit wollen wir uns hier nicht weiter beschäftigen, vielmehr ein
Beispiel aufzeigen, was wirklich hilft:
Der
Abmangel bei den Bädern wird sich bei gut 2 Mio wie gehabt
einpendeln, dagegen ist nahezu kein Kraut gewachsen, auch andiskutierte
Preiserhöhungen und Temperaturabsenkungen lösen das Problem nicht.
Die
Lösung ist und bleibt ein Ganzjahresbad! Idealerweise interkommunal
betrieben, etwa mit den LeoBad-Nutzern Rutesheim und/oder Gerlingen an
neuer Stelle erbaut, kann der Abmangel wegen des effektiveren
Betriebskonzeptes deutlich unter 1 Mio angesetzt werden. Die alte
Badfläche wäre in Verlängerung des Hertich eine ideale Erweiterung der
zu knappen Gewerbeflächen. Diese Grundstückseinnahmen, eine
interkommunale Partnerschaft und der gesparte Abmangel führen die
Gesamtrechnung bald in den grünen Bereich.
Das finden
Sie interessant? bleiben Sie dran! Demnächst mehr an dieser Stelle.
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