Das SALZ-Interview in der LKZ ist korrekt. Dennoch bleiben Fragen offen.
hier die Antworten:

LeoBad abreissen, TSV verlegen, warum?

Wir suchen seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nach einer Möglichkeit weitere Gewerbeflächen zu schaffen. Unsere Topografie macht die Stadt interessant und schön, aber bietet keine gute Möglichkeit neue Gewerbegebiete anzudocken, ohne bestehende Bebauung negativ zu beeinflussen.

Wo soll neues Gewerbe also hin? 
Würden wir in unserem  Sinne ein Ganzjahresbad an anderem Standort anstreben, könnten
wir Gewerbe dort hinbringen wo es hingehört: an die Autobahn und an ein vorhandenes Gebiet, ohne neue Belastung unserer schönen Umgebung. Das Argument dass Datenautobahnen mittlerweile wichtiger sind als geteerte stimmt nur zum Teil: Mitarbeiter werden auch weiterhin zur kreativen Befruchtung zusammenarbeiten wollen, Waren müssen angeliefert und abgeholt werden, Kunden wollen den Anbieter nicht nur in der Videokonferenz sehen, sondern am Händedruck fühlen dass sie willkommen sind.

Das LeoBad abzureissen und an anderer Stelle als Ganzjahresbad zu errichten ist nur scheinbar Geldverschwendung: unsere Bäder stecken im 10Mio Sanierungsstau! Ein Ganzjahresbad kostet gut 15Mio. Aus dem Flächenverkauf an Gewerbebetriebe am alten Standort sowie beispielsweise für Wohnbau am Hallenbad-Standort wäre ein Erlös von ca. 5 Mio. zu erwarten.
Weiter - und das ist entscheidend - halbiert sich der jährliche Abmangel der Bäder von aktuell zwei auf ca. eine Million EUR. So hätte man schon nach wenigen Übergangsjahren eine nachhaltig positive Beeinflussung der Stadtfinanzen erreicht, und zudem Gewerbeflächen an sinnvoller Stelle geschaffen. Dabei ist die zu erwartende Gewerbesteuerverbesserung noch nicht einmal berücksichtigt!

für die Folgejahre hätte man dann die Möglichkeit gemeinsam mit dem TSV eine Standortveränderung ohne Eile anzustreben, bei der der TSV natürlich noch zukunftsfähiger aufgestellt werden sollte. Beispielsweise kämpft er seit Jahren mit welligen Laufbahnen und hat zudem eine Spur zu wenig um höherklassige Wettbewerbe durchzuführen, was angesichts unserer starken Leichtathleten doppelt schade ist.
Man könnte also auch hier Nägel mit Köpfen machen, den TSV evtl. gleich fortentwickelt mit der TSG zusammen an anderer Stelle noch besser ausstatten und hier in fernerer Zukunft weitere Gewerbeflächen schaffen. Selbstverständlich ist hier ein langwieriger Gestaltungsprozess mit und im Sinne der Vereine absolut notwendig.

Sportflächen sind zwar ökologisch im Sinne des Flächenverbrauchs auch nicht unbedenklich, aber der Erholungssuchende würde - nur als Beispiel - sicher lieber entlang von Sportplätzen durch die Riedwiesen spazieren denn durch ein Gewerbegebiet.  

Bücherbus: schon wieder?

Nein. Auch wenn es im Interview nachgefragt wurde ist das kein Thema mehr. Es gibt allerdings auch durchaus Gründe die für einen Bücherbus sprechen, auch wenn es am Ende gleiche Kosten bedeutet: man kann z.B. Schulen/Seniorenheime/Silberberg und ähnliche Bereiche direkt anfahren, oder im schlauchförmigen Höfingen beide Ortsenden. Das wäre durchaus eine wichtige neue Qualität gewesen.

Kirschgärten: keine Alternativen in Sicht?

Dass hier zumindest auf einer Teilfläche etwas entstehen muss ist klar. eine Stadt baut keine Strassen um sie nur einseitig zu bebauen, das wäre echte Geldverschwendung die sich nicht vermitteln ließe. Stellen Sie sich Flächenverbrauch und Unterhaltskosten einer Stadt vor, die ihre gesamten Straßenzüge nur einseitig bebaut, nur damit alle schön Luft haben...

Was sollte dort errichtet werden? 

Wir sind eine Stadt und sollten uns auch durchaus städtisch präsentieren, am Ortseingang.
Eine für manche abschreckende Idee die wir kürzlich gehört haben ist, das Gelände nur zur 2/3 zu veräussern und dafür einen futuristischen Einzelbau zu platzieren, etwa einen "Wohncubus" auf Stelzen, mit beispielsweise 5-7 Stockwerken. Stelzen aus zwei Gründen: die Durchlässigkeit ist da, und es macht aus dieser tatsächlich nur 1b-Lage eine echte 1a-Lage, da man so den Blick über die Häuser der Gegenseite in die Ferne hätte. Ein weiteres Stück der Fläche könnte vom Investor für Freizeitaktivitäten der Bewohner ausgeformt werden, während ein Drittel als Zugang
zum Golfplatz erhalten bleibt. Nicht unsere Idee, aber eine schöne Vorstellung.

Dass der zur Entscheidung gebrachte Entwurf in den alten Kubaturen mit mehr Wohnungen nicht gut war glauben wir nach wie vor, denn in "normalen" Wohneinheiten siedeln sich nicht die zum Stil passenden extrovertierten Typen an, sondern eher Familien, die abgeschlossenere Räume brauchen. Probleme wären also vorprogrammiert gewesen.

Weitere wichtige Themen demnächst hier!
Dann kümmern wir uns beispielsweise um das Verhältnis der Bürger zu ihrer Stadt und die Frage warum die Kommunikation von den Verantwortlichen hin zum Bürger so schwierig ist und wie Abhilfe geschaffen werden könnte. 

Kommentare? Gern an info@salz-leo.de